DEB-Auswahl verliert, aber überzeugt

Die Deutsche Nationalmannschaft hat den Auftakt des Deutschland Cups gegen die USA mit 2:3 (0:1, 2:1, 0:0, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen verloren. Dennoch konnte das Team um Kapitän Sven Felski überzeugen und war über weite Strecken besser als die Amerikaner. Letztlich war aber die mangelnde Chancenauswertung entscheidend.

Die Auswahl von Bundestrainer Uwe Krupp ging gegen die USA konzentriert zu Werke, verpasste es aber, die ersten Überzahlspiele zu seinen Gunsten zu nutzen. So war es ein Konter in Unterzahl, der die erste Großchance für Deutschland brachte. T. J. Mulock hatte sich die Scheibe nach einer Befreiung in der Ecke geholt und für Michael Wolf mustergültig aufgelegt. Das war der Startschuss für die DEB-Auswahl, die sich Phasenweise im Drittel der Amerikaner festsetzen konnte und für Stimmung in der Münchener Olympiahalle sorgte. Kurz vor der Sirene wurden der Gegner jedoch noch einmal stärker und brachte die Verteidigung in Unordnung. Derek Damon konnte so zwei Sekunden vor der Pause die Führung für die USA erzielen.

Der zweite Abschnitt gewann nicht gut für die Gastgeber des Turniers. Zwei US-Boys fuhren einen 2:1 Konter auf Rob Zepp, Jusin Morrison (24.) macht es alleine und schießt über die Fanghand von Zepp ein. Deutschland zeigte sich jedoch wenig geschockt. T. J. Mulock, der eine überragende Partie ablieferte und viele gute Chancen einläutete, erläuft die Scheibe in der Angriffszone und legt auf Seidenberg auf. Die Latte verhindert den Anschluss.

Patrick Hager scheitert an Jean-Marc PelletierEine Minute später wieder ein Angriff der DEB-Auswahl, eigentlich ein Abziehbild von dem zuvor, aber Hospelt (26.) macht es besser und trifft zum 1:2. Kurz darauf sah sich das Team von Uwe Krupp in Unterzahl, aber T. J. Mulock angelt sich die Scheibe an der eigenen Blauen Linie und ist auf und davon. Ihm verspringt jedoch die Scheibe und ein Verteidiger der Amerikaner kann sich die Scheibe holen. Mulock setzt aber noch einmal nach und der Puck spring Jean-Marc Pelletier über die Schulter – der Ausgleich.

Kai Hospelt sagte in der zweiten Drittelpause: „Wir waren im Spiel Fünf gegen Fünf besser, haben aber dennoch Tore bekommen. Das hat uns aber nicht aus der Ruhe bringen lassen und wir sind noch einmal zurückgekommen. Man muss aber auch sagen, dass Rob Zepp einen riesen Job macht. Wir müssen jetzt so weiter spielen und den Amerikanern keinen Chancen erlauben, dann passt das schon.“

So entwickelte sich dann auch der letzte Durchgang. Keines der beiden Teams wollte einen Fehler machen und das Tempo, in einer sonst sehr unterhaltsamen Partie, ging runter. Erst Derek Damon (52.) hatte wieder eine gute Chance für die USA, aber auch ein Wie-ging-das-denn-jetzt-Erlebnis. Das Tor war bei seinem Rückhandschuss leer, aber Zepp hielt auf Verdacht seine Fanghand hin und blieb Sieger in dem Duell.

Kurz darauf wurde es nochmals brenzlig für die deutsche Nationalmannschaft. Ohnehin schon in Unterzahl spielend schoss Moritz Müller die Scheibe über die Plexiglasumrandung mit dem Ergebnis, dass ein Zuschauer im Gesicht getroffen wurde, dieser musste ärztlich behandelt werden und Müller ebenfalls auf die Strafbank. Zu allem Überfluss verlor Felski in der folgenden 5:3-Unterzahl noch seinen Stock, aber die Auswahl des DEB konnte sich mit Glück und Verstand retten.

In der Schlussminute zog das Tempo noch einmal an, doch ein weiterer Treffer wollte nicht mehr fallen. Auch die Verlängerung blieb trotz zahlreicher guter Gelegenheiten auf beiden Seiten torlos und so musste das Penaltyschießen entscheiden. Hier hatten die Amerikaner das glücklichere Händchen und sicherten sich den Sieg.

„Wir können sehr zufrieden sein mit unserer Leistung“, sagte Sven Felski nach dem Spiel: „Aber ich bin ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht mit einem Sieg belohnt worden sind. Jeder weiß, dass wir eine schlechte WM gespielt haben. Jetzt wollen wir uns besser präsentieren, denn wir haben ein wichtiges Jahr vor uns.“

Bereits am Nachmittag gewann die Schweiz, ebenfalls mit 3:2 (1:1, 1:0, 1:1), gegen die Slowakei. Rudolf Huna (19.) konnte für die Slowaken nach der Führung für die Eidgenossen durch Duri Camichel (12.) ausgleichen, aber nachdem Ivo Rüthemann (29.) und Ryan Gardner für die Schweizer auf 3:1 erhöht hatten, gelang Marcel Hossa (47.) nur noch der Anschluss.

Überschattet wurde die Partie von der Verletzung des Schweizers Beat Gerber. Der Verteidiger prallte nach einem Zweikampf unglücklich gegen die Bande und lag zunächst bewegungslos auf dem Eis. Eine erste Untersuchung im Krankenhaus brachte aber Entwarnung, es wurden keine schweren Verletzungen festgestellt. Gerber blieb mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in der Klinik.

Die DEB-Auswahl trifft morgen (19:45 Uhr) auf die Slowakei. Das DSF überträgt die Partie live.